Die genial einfache Zusatzsicherung für Fenster

Die Fenster-Schnapper Story

Die Idee

Detlev Sommer wohnt mit seiner Familie in einem beschaulichen Vorortteil von Jena. Nachdem in seiner Nachbarschaft in der Vorweihnachtszeit eine Einbruchserie verübt wurde, machte sich der gelernte Konstrukteur so seine Gedanken. Eine genauere Untersuchung seiner Fenster zeigte Schwachstellen. Obwohl die Fenster bereits mit Verbundglas und sogenannten Pilzkopfzapfen ausgestattet waren, bestehen die Beschläge - so der Fachausdruck für die aufgeschraubten Schließelemente - aus Zinkdruckgruss. Zinkdruckguss hat die Eigenschaft, dass es spröde ist. Da genügt ein kräftiger Hieb mit einem Hebel und der Schließmechanismus ist geknackt, das Fenster offen. Wie kann man das verhindern? Gitter sehen nicht gerade optimal aus. Und halten auf den Fensterrahmen aufgeschraubte Zusatzschlösser einer Einbruchsbelastung wirklich stand? Immerhin sind Fensterrahmen aus Kunststoff oder Aluminium innen hohl. Wie kann man mit Hausmitteln eine stabile Gegenkonterung da anbringen? Die Idee kam Detlev Sommer im wahrsten Sinne des Wortes im Schlaf. Ein einfacher Schnappmechanismus, der nur an die Wand geschraubt wird, könnte die Lösung sein. Um viertel nach zwei Uhr stand Detlev Sommer auf, faltete zwei Papierstreifen, steckte eine Büroklammer als Bolzen durch und der Fenster-Schnapper war gebohren.

Die erste Umsetzung   

Das Modell aus Papier hielt natürlich keine Einbrecher ab, dazu bedurfte es schon einer stabileren Ausführung. Am Tag darauf schaute sich der studierte Konstrukteur in einem Baumarkt nach möglichen Materialien um. Hier fand er Profile aus Aluminium. Schnell im Baumarkt auf das erforderliche Maß gesägt, zu Hause freihändig noch Bohrungen angebracht und mit einer Sicherheitsnadel als Feder war ein Funktionsmodell fertig. Einfach an die Wand geschraubt, überzeugte es Familie und Freunde. Die meinten, dass das ein Fall für die Sendung EiNFACH GENIAL vom Mitteldeutschen Rundfunk wäre. Die Redaktion war sofort von der Wirkungsweise überzeugt, nur der Erfinder selbst traute sich nicht mit einer einfachen Aluminiumschiene ins Fernsehen. Zusammen mit dem JENAER BILDUNGSZENTRUM SCHOTT, CARL ZEISS und JENOPTIK wurde im Rahmen einer Ausbildungsübung ein Prototyp hergestellt. Noch am Fertigstellungstag erfolgten die Drehaufnahmen mit einem Belastungstest bei der Firma Grötsch in Gera. Der Fenster-Schnapper überstand den Einbruchstest unbeschadet. Und bereits während der Sendung meldeten sich beim Erfinder die ersten Interessenten. Dann stand das Telefon nicht mehr still.

Die erste Charge

Es sollten noch drei Monate ins Land gehen, bis die erste in Deutschland gefertigte Charge Fenster-Schnapper an die ungeduldigen Interessenten ausgeliefert werden konnte. Es mussten zunächst die CAD-Daten den Fertigungsprozessen angepasst, eine Anleitung gestaltet und gedruckt sowie eine Verpackungs- und Versandlogistik aufgebaut werden. Juristische Aspekte von der Sicherung der Schutzrechte, über AGBs und ein funktionierender Onlineshop mussten ebenso bewältigt werden. Ein großes Fragezeichen aber blieb bestehen: Wie würde der Markt auf das Angebot reagieren?  Die erste Charge war nach kurzer Zeit vergriffen - ohne jegliche Werbung. An den Versandanschriften wurde deutlich, dass offensichtlich die Mund-zu Mund-Werbung viele Interessenten generierte. Die Produktion kam mit der Nachfrage nicht hinterher und vor Weihnachten 2016 betrug die Wartezeit vier Wochen. Auch die zweite Charge war nach noch kürzerer Zeit vergriffen. Für 2017 wurde dann eine dritte, größere Charge geordert und ein modifizierter Typ auf der Internationalen Handwerkermesse in München dem Fachpublikum vorgestellt.

Die neuen Geschäftspartner

Mit besorgten Bewohnern meldeten sich auch erste potentielle Geschäftspartner. Erste Gespräche verliefen erwartungsvoll. Schnell wurde klar, dass für große Handelsketten und für Teleshopping vierstellige Stückzahlen viel zu klein und zu teuer sind. Jedoch ein vielversprechendes Angebot eines vermeintlichen Lizenznehmers entpuppte sich als raffinierte Betrugsmasche. Der Fenster-Schnapper schützte zwar nicht vor dem Verlust einiger tausend Euros, aber er verhalf dazu, den Betrüger eine Woche später in Mailand zu schnappen. Und wie sich herausstellte, war der Übeltäter bereits 1992 mit falscher Idendität aus einem deutschen Gefängnis geflohen und hatte seither verschiedenste Betrügereien im Millionenhöhe begangen, unter anderem hatte er auch die russische Mafia um sechsstellige Beträge geprellt. Das brachte ihm in Italien den Spitznahmen "eleganter Gannove" ein. Die Story war so spannend, dass sogar das ZDF für die Sendung TerraXpress den Fall nachstellte.


Die Höhle der Löwen

Was nützt die beste Idee, wenn die Umsetzung nur in kleinen Schritten möglich ist. Wieder waren es Freunde, die den Erfinder zu einer Bewerbung in der Höhle der Löwen anstachelten. Hier trifft man auf erfahrene und seriöse Geschäftspartner, die Risikokapital bereitstellen und den Weg in namhafte Handelsketten öffnen. Die Bewerbung für die beliebte VOX-Sendung wurde mit einer vierstelligen  Registrierungs-Nummer bestätigt. Es folgten Prüfungen der Produktionsfirma, Vereinbarungen zur gegenseitigen Geheimhaltung und eine Einladung zu einem Vorcasting in Leipzig, bei dem ein sogenannter Pitch, also eine kurze Präsentation aufgezeichnet wurde. Nachdem alle Hürden überwunden und die Redaktion von der Produktionsfirma sowie eine positive Entscheidung des Senders VOX vorlagen, erfolgte kurzfristig die Einladung  in "Die Höhle der Löwen". Unter strengster Trennung der Kandidaten und der "Löwen" wurde die Aufzeichnung vorbereitet. Es erfolgte ein nochmaliger Pitch vor einer nun beratenden Kommission. Und wieder von allen Seiten gut gemeinte Hinweise. Ein erster Gang ins Studio - noch ohne Löwenkontakt aber mit Deko, vielen Hinweisen, welche Markierungen zu beachten wären, Begleitaufnahmen bis dann endlich der Gang in die Löwenhöhle erfolgte.  -  Detlev Sommer entschied sich für Ralf Dümmel als neuen Geschäftspartner. Der neue Investor hielt sein Versprechen und platzierte den Fenster-Schnapper in einer Vielzahl von Handelspartnern.

Egal wie die Geschichte weitergeht, es bleibt eine interessante Erfahrung, was man mit einer kleinen Erfindung so alles erleben kann.
Und dabei sein ist alles.





 

 

 

 

 

 

 

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